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Ergebisse der ENFCO Survey 2025 “Corruption & Compliance”
Korruption bleibt eines der zentralen Themen für Compliance-Funktionen in ganz Europa. Vor diesem Hintergrund hat das European Network for Compliance Officers (ENFCO) heuer eine europaweite Studie zum Thema „Corruption & Compliance“ durchgeführt. Die Umfrage fand im Zeitraum von 8. September bis 14. Oktober statt und verzeichnete 566 Teilnehmende aus zahlreichen europäischen Ländern.
Ziel der Studie war es, einen Überblick darüber zu gewinnen, wie Korruption in unterschiedlichen Ländern und Organisationen wahrgenommen wird und welche Maßnahmen Unternehmen konkret ergreifen, um Korruptionsrisiken wirksam zu begegnen. Korruption untergräbt Vertrauen, verursacht wirtschaftliche und gesellschaftliche Schäden und stellt Compliance-Funktionen weiterhin vor große Herausforderungen.
Zentrale Erkenntnisse der Studie
Die Ergebnisse zeigen deutlich: Korruption wird europaweit nach wie vor als relevantes bis sehr relevantes Risiko eingeschätzt – mit teils erheblichen Unterschieden zwischen den einzelnen Ländern. Während in einigen Staaten Korruption als besonders gravierendes Problem wahrgenommen wird, zeigt sich in anderen Ländern ein differenzierteres Bild.
Ein wesentlicher Fokus der Studie lag auf typischen Korruptionsrisiken im Unternehmensalltag. Dabei wurde deutlich, dass insbesondere Themen wie Geschenke, Einladungen, Interessenkonflikte, Lieferantenbeziehungen und intransparente Vergütungsmodelle weiterhin Aufmerksamkeit erfordern.
Rund 45 % der befragten Organisationen führen regelmäßige Korruptionsrisikoanalysen durch – entweder eingebettet in umfassende Risikomanagementprozesse oder als eigenständige Bewertung. Gleichzeitig zeigt die Studie, dass Strukturen, Prozesse und Tools zur Korruptionsprävention sehr unterschiedlich ausgeprägt sind und häufig noch Entwicklungspotenzial besteht.
Der „Tone from the Top“ bleibt einer der entscheidendsten Erfolgsfaktoren im Kampf gegen Korruption, das ist ein zentrales Ergebnis der Studie. Vorbildwirkung des Managements, regelmäßige Schulungen, klare Regeln und eine starke Compliance-Kultur werden von den Teilnehmenden als besonders wirksam eingeschätzt.
Starker Beitrag aus Österreich
Die österreichische Compliance-Community war auch heuer wieder stark vertreten und hat wesentlich zum Gelingen der Studie beigetragen. Dafür bedanken wir uns herzlich bei allen ÖCOV-Mitgliedern, die an der Umfrage teilgenommen haben.
Ein besonderer Dank gilt Roman Sartor (Beiratsvorsitzender des ÖCOV und Leiter der ENFCO Survey Group) und Andrea Pilecky (Beiratsmitglied des ÖCOV), die die Ergebnisse aufbereitet haben und den ÖCOV im ENFCO vertreten.
Whitepaper zum Download
Das vollständige Whitepaper mit detaillierten Ergebnissen, Grafiken und länderspezifischen Auswertungen steht auf der ENFCO-Webseite zum Download zur Verfügung:
👉 www.enfco.eu
